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20.2.2018 : 22:17 : +0100

Geschichte des Sportkreises Göppingen

Neubeginn 1945

Nach dem Zweiten Weltkrieg war das Jahr 1945 auch für den Sport das Jahr eines Neubeginns, nachdem bereits in den Kriegsjahren 1943 und 1944 das Vereinsleben und der Sportbetrieb vollends zum Erliegen kamen. Erst im Sommer 1945 trafen sich die Sportler und Turner in den Städten und Gemeinden und versuchten den Sportbetrieb wieder aufzunehmen, was aber angesichts des Mangels an intakten Sportflächen sowie durch die damaligen schwierigen Genehmigungsverfahren mit den Besatzungsmächten gar nicht so einfach war. Trotzdem gelang es, am 30. September 1945 in Süßen eines der ersten Fußballspiele der Nachkriegszeit im Kreis Göppingen durchzuführen.
Die Gewerkschaften bekamen als erste zugelassene Organisationen von der Besatzungsmacht den Auftrag, eine Grundlage für einen zukünftigen Sportbetrieb zu schaffen.
Bei einer Besprechung im Gewerkschaftshaus wurde der Göppinger Erwin Roll als Kreissportbeauftragter eingesetzt. Er war von nun an der Verbindungsmann zwischen der Besatzungsmacht und den Vereinen und hatte die Aufgabe, den Sportbetrieb wieder in Gang zu setzen.
Der 30. November 1945 war für den Wiederbeginn des Sportes in Nordwürttemberg ein großer Tag. Der „Bund für Sport und Körperpflege" bekam von der amerikanischen Besatzungsmacht eine Lizenz. Dieser war dann sozusagen die Vorgängerorganisation des heutigen Württembergischen Landessportbund (WLSB).
Der Bund für Sport und Körperpflege hatte nun die Aufgabe, die Sportorganisation in Württemberg aufzubauen. Erwin Roll bekam die Aufgabe, die Vereine im Kreis Göppingen organisatorisch zu erfassen. Dies war aber sehr schwierig, da sich die Vereine entweder noch gar nicht neu gegündet hatten oder noch mitten in der Neuorganisation standen. Alle Vereine des früheren nationalsozialistischen Reichsbundes für Leibesübungen (NSRL) waren ja aufgelöst und deren Vermögen wurde beschlagnahmt.