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20.2.2018 : 22:13 : +0100

Geschichte des Sportkreises Göppingen

Die Anfänge bis 1949

Am 1. Juni 1946 wurden die Vereinsvertreter zu einer Kreistagung in die Turnhalle Süßen eingeladen. Folgende Personen wurden zum Kreisvorstand des gegründeten „Sportkreis Staufen" gewählt:

  1. Vorsitzender Erich Zettler, Geislingen  
  2. Vorsitzender Karl Maier, Geislingen  
  Schriftführer Eugen Prinzing, Süßen  
  Kassier Helmut Meissnest, Uhingen  
  Jugendleiter Bernhard Frey, Eislingen  


Neben diesem Ausschuss wurden auch noch die Fachwarte der verschiedenen Sportarten ernannt.

Die raschen Veränderungen sowie die weiteren Neugründungen und der Aufbau der Vereine machten eine zweite Kreistagung notwendig. Eingeladen wurde am 9. November in „Franks Bierhalle" in Göppingen. Sportkreisvorsitzender Erich Zettler übernahm auch die Aufgaben des bisherigen Kreissportbeauftragten Erwin Roll, der als Beisitzer in den Kreisvorstand gewählt wurde. Bei der Bestandserhebung waren 60 Vereine mit 8951 Mitgliedern Mitglied im Sportkreis. Aber noch immer fehlten viele Vereine, die sich noch nicht neu gründen konnten,  da Turnhallen oder Sportplätze für andere Zwecke belegt waren.

Als erste Sportarten wurden im Jahr 1946 Fußball und Handball betrieben. Jedoch war die Durchführung dieser Sportarten in den Anfangsjahren äußerst schwierig. Probleme wie Lebensmittelknappheit (1946/47 Tagesrationen zwischen 650 und 1000 Kalorien), umständliche Formalitäten für Reisen, und das Fehlen von Kraftfahrzeugen behinderten den Sportbetrieb erheblich. Darüber hinaus ist zu bemerken, dass kaum Autos im Privatbesitz vorhanden waren, wenn ja dann fehlte es am Holz für die Holzgasmotoren. Obendrein sahen sich die Verantwortlichen mit dem Vorwurf konfrontiert, in dieser schweren Zeit nichts Besseres zu tun als Fuß- oder Handball zu spielen.
Trotzdem gelang es am 8. September 1946 das erste große Sportfest durchzuführen. Das Kreisbergfest auf dem Geiselstein bei Geislingen zog über 500 Wettkämpfer und rund 5000 Zuschauer an.
Problematisch war in dieser Zeit auch der Mangel an Sportkleidung, Schuhen und Bällen. Diese konnten nur durch so genannte Spinnstoffscheine und Sonderbezugsscheine der Verbände bezogen werden.

Am 15. November 1947 wurde bei der Kreistagung im Gasthaus „Hirsch" in Süßen eine Neuwahl angesetzt. Der amtierende Vorsitzende trat zurück, er hatte die Leitung des Württembergischen Turnerbundes übernommen. An seiner Stelle wurde Fritz Daferner, Göppingen, zum Sportkreisvorsitzenden gewählt. Schriftführer Eugen Prinzing aus Süßen stellte sein Amt ebenfalls zur Verfügung. Wilhelm Drechsel aus Göppingen wurde sein Nachfolger.
Hauptaufgabe des neuen Sportkreisvorsitzenden war die Freigabe der gesperrten Vereinsvermögen. Dank der Unterstützung des Landessportbundes in Stuttgart konnte bereits im März 1948 die Vermögensfreigabe für viele Vereine erreicht werden. Im Laufe des Jahres waren dann fast alle Vereinsvermögen von der Vermögenskontrolle frei, allerdings zogen sich noch einige schwierige Fälle bis ins Jahr 1949 hin.

Ein wichtiges Thema war beim Landessportbundtag am 13. März 1948 der weitere Organisationsaufbau, der sich dann bis in die Sportkreise auswirkte.

Zu einer wesentlichen Verbesserung im Sportgeschehen trug die am 20. Juni 1948 durchgeführte Währungsreform bei. Ab diesem Tag wurde die bis dahin gültige Reichsmark von der Deutschen Mark abgelöst.

Am 5. März 1949 wurde in den „Storchenstuben" Göppingen die Kreistagung durchgeführt. 60 Vereine hatten bis dato ihr Vermögen wieder zurückerhalten. Im Februar 1949 erfolgte die erste Ausschüttung von der im Herbst eingeführten Sportwette. Zwei Kreisvereine bekamen vom Sporttoto einen Zuschuss von 1.000 DM, bei der zweiten Ausschüttung erhielten Vereine bereits 15.800 DM.